Kleingartenverein Wallenhorst e.V.

Apfel, Birne und Kirsche, durch propfen, selbst veredeln

Wer hat nicht schon mal einen Apfel aus Nachbars Garten gegessen, von dem er sagen würde, es war der leckerste Apfel. Mancher versucht nun die Apfelsorte ausfindig zu machen. Mit Glück weiß der Nachbar den Apfel zu benennen. Dann muss die Sorte auch noch käuflich erworben werden können. Trägt er dann Früchte ist man enttäuscht das es nicht der Apfel ist welchen man eigentlich haben wollte.

Um diese Enttäuschung nicht zu erleben kann man durch Pfropfen, mit einem Edelreiser, den Baum heranziehen den man auch wirklich haben will.


Unter unseren Obstbäumen findet man oft wild wachsende Sämlinge. Diese eignen sich hervorragend, als Unterlage, zum veredeln. Man kann aber auch eine zweite Sorte auf einen vorhandenen Obstbaum setzen. Die Methode ist die gleiche.

Im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist, schneidet man einen, besser mehrere, einjährige Triebe von dem Baum ab von dem die Frucht stammen soll. Diesen Trieb, auch Edelreiser genannt, steckt nan zu 2/3 in das Erdreich, am besten am Stamm des zu veredelnden Sämlings.

Im März, wenn die Knospen des Sämlings schwellen, ist die Zeit des veredelns gekommen. Der Edelreis wird aus dem Erdreich genommen und mit Wasser sorgfältig abgespült. Der Sämling wird mit einer Gartenschere, an der Stelle an welcher der Edlelreiser gepfropft werden soll, eingekürzt. Mit einem scharfen Messer wird senkrecht zum Stamm verlaufend die Rinde auf einer Lange von 2 bis 5 cm durchtrennt. Rechts und links vom Schnitt wird nun die Rinde V-förmig vom harten Unterholz gelöst. Der Edelreiser wird unterhalb eines Auges, mit dem scharfen Messer, auf einer länge von 3 cm. schräg angeschnitten.  In den V-förmigen Schlitz, Holz auf Holz, wird der Edelreis geschoben. Mit Bast werden beide Teile, unter leichtem Zug umwickelt. Der Bast sollte die gesammte Veredlungsfläche umhüllen. Anschließend wird die Veredlungsstelle mit Veredlungswachs verschlossen. Es ist empfehlenswert eine weitere Bastschicht aufzulegen. Zum Abschluss ist der Edelreis auf 2 bis 3 Augen einzukürzen. Diese Schnittstelle muß mit Wachs verschlossen werden. Der Veredlungsprozess ist hiermit abgeschlossen.

Mit dem gleichen Verfahren kann auf einen Obstbaum eine zweite oder dritte Sorte gepfropft werden. Hier sucht man sich einen, möglichst senkrecht stehenden Seitenzweig als Unterlage. Dieser wird wie zuvor beschrieben gekürzt und mit einem oder mehreren Edelreisern gepfropft.





Du kannst mir beim Pfropfen zuschauen.

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